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Rückblick auf die PRO-WILD-Aktivitäten im Sommer

In den vergangenen Sommermonaten hatten die PRO-WILD-Forscher alle Hände voll zu tun. Trotz schwieriger Bedingungen waren einige von ihnen im Feld unterwegs, um Versuche anzulegen, während andere in Gewächshäusern oder im Labor Experimente durchführten. Werfen wir einen Blick auf ihre jüngsten Arbeiten zu wilden Verwandten von Kulturpflanzen (CWRs) und blicken auf die verbleibenden Monate des Jahres 2026 voraus.


Das „Syndrome basses richesses“ (SBR) ist eine Krankheit, die Zuckerrüben befällt und eine erhebliche Bedrohung für die europäische Zuckerrübenproduktion darstellt. Im Juni waren die PRO-WILD-Partner vom Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) im Feld unterwegs, um Zikaden zu fangen. Die Zikaden wurden anschließend in Gewächshausversuchen verwendet, um Wildverwandte der Zuckerrübe mit SBR-assoziierten Bakterien zu infizieren. Mit diesen Versuchen untersuchen die Forscher, wie sich SBR auf verschiedene Wildrübenarten auswirkt, suchen nach krankheitsresistenten Varianten und nutzen ihre Erkenntnisse letztendlich zur Stärkung der Zuckerrübenproduktion.

Auch in Italien waren PRO-WILD-Forscher der Universität Perugia (UNIPG) im Feld im Einsatz. Zu Beginn des Sommers richteten sie einen automatisierten Regenschutz und ein Bewässerungssystem ein, um die Trockenheitstoleranz bei wilden Rübenarten zu untersuchen. Die Auswirkungen des Trockenstresses sind auf den Bildern, die im September am Ende der Wasserstressperiode aufgenommen wurden, deutlich zu erkennen. Nun ist es an der Zeit, die Daten auszuwerten und nach interessanten Resultaten zu suchen!

Während viele Teile Europas unter der intensiven Sommerhitze litten, zitterten einige Rüben in Griechenland vor Kälte. PRO-WILD konzentriert sich nicht nur auf Wasserknappheit und Hitze als abiotische Stressfaktoren, sondern auch auf die Toleranz von Kulturpflanzen gegenüber kalten Temperaturen. Zu diesem Zweck haben Forschende von ELGO einen Versuch aufgebaut, in dem sie die Reaktion von wilden Rübenverwandten auf Kältestress untersuchten. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend und zeigten erneut das Potenzial von wilden Verwandten von Kulturpflanzen für eine klimaresiliente Nahrungsmittelproduktion.

Bei KWS, INRAE und Innolea untersuchen PRO-WILD-Partner das Potenzial wilder Brassica-Arten, die Resistenz von Raps – einer kultivierten Brassica-Art – gegen Kohlstängel-Flohbillen und die Knollenfäule zu verbessern. Um vorteilhafte Merkmale einer wilden Brassica-Art in Raps zu integrieren, müssen die Pflanzen gekreuzt werden. Eine Voraussetzung hierfür ist die synchronisierte Blüte beider Arten. Forscher von PRO-WILD nutzen die erzwungene Vernalisation, um diesen Prozess bei Brassica zu erleichtern. In einem Anfang dieses Jahres veröffentlichten Praxis-Abstract beschreiben sie die Methode. Derzeit arbeiten sie daran, weitere molekulare Kreuzungsbarrieren zu überwinden, die eine große Herausforderung für die Nutzung des genetischen Potenzials von CWRs darstellen.

Schließlich waren auch die Doktoranden von PRO-WILD diesen Sommer engagiert am Arbeiten. Adele Tironi von der UNIPG war im Feld unterwegs und führte mithilfe des oben erwähnten Regenschutzsystems Experimente zum Trockenstress bei wilden Rüben durch. Unterdessen züchtete Dana Bar-Zvi vom Weizmann-Institut 40 Jahre alte Samen von wildem Emmerweizen im Netzhaus an und sammelte Proben von natürlichem Emmerweizen an dessen ursprünglichem Standort. Sie wird diese historischen und heutigen Populationen von wildem Emmer-Weizen sequenzieren und analysieren, um deren genetische Vielfalt zu untersuchen und zu deren In-situ- und Ex-situ-Erhaltung beizutragen. Auch im Labor des Weizmann-Instituts führte Sharon Samuel Experimente durch. Sie untersucht das Rhizosphärenmikrobiom von wilden Verwandten von Kulturpflanzen im Vergleich zu modernen Weizenlinien, um nützliche Wechselbeziehungen zwischen Mikroben und Pflanzen zu identifizieren und diese Interaktionen für die zukünftige Weizenverbesserung zu nutzen.

Nun, da die Herbstmonate begonnen haben, stehen einige spannende Veranstaltungen bevor. Nächste Woche findet in Malmö die EUCARPIA – Seeds of Resilience-Konferenz 2026 statt. Auch Wissenschaftler von PRO-WILD werden anwesend sein und Einblicke in ihre Arbeit zu den Wildverwandten von Kulturpflanzen geben. Ende November trifft sich das gesamte PRO-WILD-Konsortium in Norwich zu seinem zweiten jährlichen Projekttreffen. Wir freuen uns darauf, alle, die zum PRO-WILD-Projekt beitragen, wiederzusehen und einen erkenntnissreichen Austausch zu führen!

Wenn Sie mehr über diese Experimente und Veranstaltungen erfahren möchten, schauen Sie doch einmal auf unseren Social-Media-Seiten vorbei. Auf LinkedIn veröffentlichen wir aktuelle Informationen zu PRO-WILD-Forschung, Experimenten, Veranstaltungen und weiteren Neuigkeiten. Bleiben Sie auf dem Laufenden!
 

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